Wie kann ich sonst noch helfen?

Auf großes Interesse stoßen bei allen Eltern und Betroffenen die vielen Möglichkeiten zur einfachen Hilfestellung aber auch in Richtung multimodalem Therapieansatz:

  • Psychoedukation: Schulung der Kernfamilie und anschließende behutsame Verhaltensmodifikation im Umgang mit den Einzelphänomenen bei ADHS.
  • Nahrungssupplementierung mittels langkettigen Fettsäuren im ausgewogenen Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren als essentielle »Nervennahrung« (siehe vorheriger Abschnitt).
  • Psychotherpeutische Einzelsettings mit dem Kind.
  • Tiergestützte / Tierbegleitete Therapie: Mit diesem Therapieansatz werden besonders im Hinblick auf Aufmerksamkeitsspanne und Selbstwahrnehmung erstaunliche Erfolge erzielt!
  • Hämoenzephalographie (HEG – Neurofeedback): Ein jüngeres Bio-Feedback-Verfahren, das bis dato hauptsächlich erst in der Schweiz angewendet wird.
  • Darüber hinaus kann natürlich auch eine gängige Medikation erfolgen, die jedoch nur der Unterstützung der genannten Ansätze dienen kann, und möglichst temporär, also zeitlich möglichst begrenzt eingesetzt werden soll (zeitweilige Abschirmung des Gehirn vor negativen Erlebnissen).

Bis auf den Einsatz von Medikamenten sind die übrigen Therapieformen auch bei Konzentrations- oder Verhaltenstörungen sinnvoll, wenn keine abschließende ADHS-Diagnose vorliegt. So konnte für Omega-3- und -6-Fettsäuren auch ein positiver Einfluss bei Aufmerksamkeitsstörungen bzw. Störungen schulischer Fertigkeiten sowie auf das Verhalten gezeigt werden. Dazu wurde auch die positive Wirkung bei Dyslexie, Dyspraxie und Autismus in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt.

Noch einmal soll an dieser Stelle erwähnt werden: Psychostimulanzien und andere Psychopharmaka können natürlich keine Heilung von ADHS bewirken, sondern lediglich helfen, einzelne Symptome zu verringern oder zuweilen beseitigen helfen! Eventuelle, noch nicht erkannte Nebenwirkungen und Langzeiteffekte sind überdies noch keineswegs ausreichend erforscht.

Entscheidend für eine medikamentöse Behandlung ist, wie stark die Symptome ausgeprägt sind und wie sehr sie den Alltag der ADHS-Kinder und ihrer Familien belasten.

Entspannter Umgang

AHDS kann und darf also keinesfalls als »abschließende« Diagnose gesehen werden oder gar als Grund zur Resignation. Die Feststellung eines ADHS kann vielmehr den Blick der Bezugspersonen für die vielleicht unerkannten Potentiale und mannigfaltigen Möglichkeiten des Betroffenen eröffnen, aber auch den Blick für die vielen Möglichkeiten zur Hilfestellung. Ein entspannter Umgang mit dem besonderen Phänomen ADHS und mit dem Betroffenen selbst ist in jedem Fall eine der vordringlichen Herangehensweisen.